Martha’s Vineyard – eine Insel voller Charme und Geschichte
Martha’s Vineyard ist eine der bekanntesten Inseln an der Küste Neuenglands und zieht jährlich zahlreiche Besucher aus aller Welt an. Mit ihrer malerischen Landschaft, reichen Geschichte und exklusiven Atmosphäre gilt sie als ein Ort, der sowohl Ruhe als auch Luxus bietet. Die Insel war schon so lange auf meiner Liste, aber erst beim vierten NewEngland-Besuch haben wir es nun endlich geschafft.
Martha’s Vineyard ist bekannt für ihr wohlhabendes Klientel und den Ruf als Rückzugsort für Prominente. Viele berühmte Persönlichkeiten besitzen hier Ferienhäuser oder verbringen ihre Sommermonate auf der Insel – so haben z.B. die Obamas oder Spike Lee hier ein Haus. Das exklusive Ambiente spiegelt sich in den luxuriösen Resorts, feinen Restaurants und eleganten Boutiquen wider. Die Insel erstreckt sich über etwa 226 Quadratkilometer und beherbergt zahlreiche charmante Dörfer, Strände und Naturschutzgebiete.
Sehenswürdigkeiten:
Ursprünglich war Martha’s Vineyard Heimat verschiedener indigener Völker, bevor europäische Siedler im 17. Jahrhundert die Insel entdeckten. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sie sich zu einem bedeutenden Fischerei- und Handelszentrum. Heute zeugen zahlreiche historische Gebäude und Museen von ihrer reichen Vergangenheit.
Vineyard Haven
In diesem Ort kommt ihr mit der Fähre aus Falmouth an. Für einen Bummel durch süße Läden empfehle ich die Main Street – ihr könnt hier auch überall gratis parken. Die Läden sind perfekt für ein Souvenir aus Martha’s Vineyard.
Bei Nat’s Nook einen Kaffee holen oder im Waterside Market einen Snack. Und unbedingt im „Bunch of Grapes“ Bücherladen stöbern und der Store-Katze einen Besuch abstatten.
Für den besten Kaffee auf der Insel (in meinen Augen) und auch den besten Backwaren solltet ihr bei der The Black Dog Water St. Bakery vorbei schauen – auch optimal um euch für die Rückreise auf der Fähre zu stärken, denn das Café ist direkt neben dem Terminal.
Ca. 2 Stunden sollte man einplanen, wenn man das Martha’s Vineyard Museum* besuchen will – man erkennt es bereits von der Fähre aus: ein herrschaftliches Haus auf dem Hügel mit Blick raus auf’s Meer. Im Museum könnt ihr über 3 Etagen mehr über die Geschichte der Insel, des Walfangs und auch zum Film „Der weiße Hai“ erfahren. Auch eine Barn im Aussenbereich zeigt euch alte Schilder, Boote und Fahrzeuge aus früheren Zeiten – der Teil des Museums hat mir fast am Besten gefallen.




Oak Bluffs
In der Hochsaison herrscht hier viel Trubel – von Restaurants, über Cafés und etlichen Shops kann man hier einen ganzen Tag verbringen. Wunderschön gelegen, direkt am Wasser und somit ebenso mit diversen Fähren gesegnet (u.a. auch auf die Nachbarinsel Nantucket) kann man hier wunderschön schlendern und die Brise genießen.
Ein absolutes Highlight sind die sogenannten Gingerbread Houses – bunte Holzhäuser, wunderschön verzieht, wie im Märchen. Im Sommer kann man einige hiervon mieten oder zumindest einzelne Zimmer beziehen – im Herbst sind nur noch sehr wenige Inselbewohner zuhause und somit perfekt für Bilder ohne andere Menschen. Da im Oktober wirklich kein einziger Laden mehr offen hatte, sind wir leider nicht mehr in den Genuss eines Kaffees bei Mocha Mott’s oder einem Black Door Donut gekommen – wir müssen wohl irgendwann wieder kommen.



Edgartown
Absolutes Highlight der Insel für mich! Wir haben das Auto am kleinen Hafen geparkt und sind die Main Street auf und ab gelaufen, ohne Probleme sich vorzustellen, alles stehen und liegen zu lassen, um hier her zu ziehen. Zauberhafte Cottages in den Seitenstraßen, imposante Häuser an den Hauptstraßen, einladende Restaurants und ein wunderschöner Bücherladen: Edgartown Books. Hier hatte ich ein wundervolles Gespräch mit dem älteren Herren an der Kasse, der früher erfolgreicher Unternehmer in New York war und nun alles hinter sich gelassen hat, um sein Rentnerdasein auf der Insel zu verbringen. Er hat mich ein bisschen an den Opi aus „Up!“ erinnert – erst etwas „grumpy“ und dann einfach nur zauberhaft.
Hier bummeln, bei Espresso Love einen Kaffee auf die Hand holen und unten am kleinen Hafen einfach die Seele baumeln lassen – könnte ich jeden Tag machen.




Aquinnah
Ganz am anderen Ende der Insel und somit am Besten mit einem eigenen Auto zu erreichen liegt der Leuchtturm und die Kalksteinfelsen von Aquinnah. Ein kleines touristisches Eck mit öffentlichen Toiletten, kleinen Buden für Snacks und Souvenirs. Als wir im Oktober dort waren, war das Finden eines Parkplatzes gar kein Problem, allerdings hatte nur einer der Souvenir-Läden noch geöffnet (in dem wir für 5$ einen hochwertigen Wandhaken in Form einer Walflosse gekauft haben).
Spektakulär ist aber der Ausblick auf die Kreidefelsen und das Meer – vor allem mit Sonne, denn die Wasserfarbe ist atemberaubend. Das Gay Head Lighthouse ist auch einen kurzen Besuch wert – zumal wir gelernt haben, dass es vor kurzer Zeit noch sehr viel näher am Abgrund stand und nach Hinten umgezogen wurde, damit es durch die Erodierung der Klippen nicht irgendwann ins Meer fällt. Super schöner Ort mit tollem Ausblick auf’s Meer!
Menemsha
Neben dem luxuriösen Lebensstil bietet Martha’s Vineyard auch vielfältige Möglichkeiten für Naturliebhaber. Radfahren, Wandern oder einfach nur Entspannen an den zahlreichen Stränden gehören zu den beliebtesten Aktivitäten. Das Schutzgebiet „The Menemsha Hills“ ist ideal für Wanderungen mit Blick auf den Atlantik – hier könnt ihr nicht direkt mit dem Auto zum Meer fahren!
Wir haben uns das verschlafene Örtchen auch kurz angesehen und waren begeistert, wie sehr ein Fischerdorf nach Filmkulisse aussehen kann (und ja, auch Menemsha kommt in JAWS vor und war Amity Harbor im Film). Am South Beach kann man die Wellen beobachten und der Stützpunkt der US Coast Guard ist ein schönes Postkarten-Motiv.
Auf dem Rückweg von Menemsha nach Edgartown haben wir noch an der Morning Glory Farm gehalten, für frisches Brot und Kuchen. Im Herbst auch ein Traum für Kürbisfans.




Das Zuhause von „JAWS“
Einen absoluten Hai-Hype hat Steven Spielberg vor nun mehr als 50 Jahren (1975) mit dem Film „Der weiße Hai“ geschaffen. Er spielt auf „Amity Island“, wofür Martha’s Vineyard als Drehort diente. Noch heute ist es das Gespräch in jedem Laden oder Restaurant. Also großer Fan des 1. Teils war klar, ich muss an alle Drehorte und genau inspizieren, wo der Film gedreht wurde. Auf der Insel gibt es noch jede Menge Orte und Anzeichen, dass der große Kino-Erfolg hier gedreht wurde. So kann man in fast jedem Laden noch Shirts, Pullis, Magnete oder Postkarten dazu finden. Aber auch Murals, Flaggen und Ausstellungen sind zu emtdecken. Im Martha’s Vineyard Museum gibt es eine JAWS-Ausstellung (Vineyard Haven) und in der Townhall in Edgartown könnt ihr nicht nur die Fassade bestaunen, sondern dürft zu gewissen Tagen und Uhrzeiten sogar in die MeetingHall, in der auch damals das Bürgertreffen im Film gedreht wurde.
Welche Orte ihr als Jaws-Fan nicht verpassen dürft, könnt ihr hier im meinem Reel nachschauen.
Anreise:
Die Insel befindet sich vor der Küste von Massachusetts und ist durch Fähren gut erreichbar. Wir konnten die entspannte Atmosphäre bereits während der Überfahrt genießen, die eine atemberaubende Aussicht auf den Atlantik bietet. Von Wood’s Hole (Falmouth) sind wir mit der Fähre von The Steamship Authority* nach Vineyard Haven gefahren. Die Fahrt war super kurzweilig und hat gerade mal 50 Minuten gedauert. Die Fähre fährt je nach Jahreszeit fast jede Stunde und sollte aber bestenfalls (vor allem im Sommer) vorgebucht werden.
Man muss nicht zwingend mit dem eigenen Auto anreisen, wenn man sich die Kosten hier sparen möchte. Ihr könnt diese Fähre auch als Fußgänger nutzen oder in anderen Orten eine Personenfähre nutzen. Hier kommt man auf rund 30 $ Roundtrip. Im Frühling bis Sommer ist es ohne Auto kein Problem. Die Insel wird von Bussen befahren, ihr könnt aber auf Räder oder Cabrios vor Ort auf Tagesbasis mieten. Die Mietstationen gibt es eigentlich in jedem der 3 Orte auf der Insel. Ggf. lohnt es sich hier auch, diese vorzureservieren.
Im Herbst (und Winter) haben die Mietstationen bereits geschlossen und die Busse fahren nicht mehr so häufig, Wenn man dann etwas unabhängig sein möchte (was ich nur empfehlen kann), lohnt sich die Anreise mit dem eigenen Auto durchaus. Zur Off-Season zahlt ihr zwischen 150-200 $ Hin und Zurück. Im Sommer (Mai bis September) kann das schon mal bis zu 400 $ kosten. Plant das also mit ein.
Unterkunft auf Martha’s Vineyard:
Wir haben uns aufgrund der Verfügbarkeiten und des Preises für das Edgar Hotel Marthas Vineyard (an Ascend Collection Hotel) entschieden – super schöne, saubere und neu renovierte Zimmer im schönsten Städtchen der Insel. Preis-Leistung hat hier einfach gestimmt! In der Hochsaison beginnen die Zimmer oftmals schon bei 350$, somit waren wir zufrieden hier nur knapp unter 200€/Nacht bezahlt zu haben. Dafür gibt es neben dem schönen Zimmer, den ganzen Tag kostenlos Tee und Kaffee in der Lobby. Diese ist allerdings ab 22 Uhr bis 8 Uhr morgens nicht besetzt – was an sich kein Problem ist, wenn nicht in dieser Zeit ein Feueralarm im Hotel ertönt für den sich keiner interessiert 😉 Naja, es war ein Abenteuer und nur falscher Alarm, wie die Feuerwehr feststellen konnte. Ich würde das Hotel jederzeit wieder wählen.
Restaurants:
Da wir bereits „Off-Season“ unterwegs waren, waren einige Restaurants bereits geschlossen oder hatten nur am Wochenende auf. Trotzdem können wir alle Läden empfehlen, in denen wir gegessen haben:
– Town Bar and Grill MV: für Burger und andere amerikanische Leckereien
– Indigo Martha’s: für richtig leckeres indisches Essen
– Waterside Market: für Lunch und Snacks
– Black Dog Café: für super Backwaren und guten Kaffee
Leider geschlossen, hätten wir aber gerne getestet;
– Black Door Donuts
– Rosewater Market
– Rockfish
Fazit:
Martha’s Vineyard verbindet auf einzigartige Weise Geschichte, Natur und Luxus. Ob als Reiseziel für Erholungssuchende oder als Ort für kulturelle Entdeckungen – die Insel bietet für jeden etwas Besonderes. Ein Besuch auf Martha’s Vineyard verspricht unvergessliche Eindrücke in einer atemberaubenden Umgebung. Wir hatten 3 Tage und für die Zeit, in der der Tourismus schon runtergefahren wurde, genau perfekt, um alle wichtigen Sights zu erleben. Im Sommer kann man durch Radfahren, Baden etc. sicher ein paar Tage mehr auf der Insel verbringen.

*Werbung // Bei den gekennzeichneten Attraktionen haben wir einen Pressepass bzw. freien Eintritt erhalten und durften die genannten Attraktionen kostenlos erleben. Besonderen Dank hierfür an Bill von DemaPR, Visit Martha’s Vineyard und Christiane von GetItAcross für die Unterstützung. Unsere Meinung blieb davon völlig unberührt.
